Geldanlage und das Girokonto

Geldanlagen funktionieren in der Regel nach dem Muster, das Kapital von einem Konto in das Anlageobjekt zu investieren. Dabei kann es sich um Aktien, Fonds, Tages- oder Festgeldanlagen handeln. Somit fällt dem Girokonto eine zentrale Rolle bei der Geldanlage zu, da die wenigsten Leute ihr Vermögen als Bargeld im eigenen Heim aufheben, um es dann direkt am Bankschalter in Fondsanteile zu investieren. Es ist verblüffend, wie sorgfältig die meisten Anleger über die verschiedenen Anlageformen Informationen einholen und gleichzeitig ihr Girokonto, das als Verrechnungskonto oder Referenzkonto fungiert, völlig vernachlässigen. Es ist meist ohnehin vorhanden und findet somit keine weitere Beachtung mehr.

Dabei gibt es gewaltige Unterschiede bei den Konten verschiedener Anbieter. Gemeinsam ist ihnen lediglich der übliche Funktionsumfang, der die Möglichkeiten zu Geldüberweisung und -empfang beinhaltet. Darüber hinaus kann man Abbuchungen vornehmen lassen oder Daueraufträge einrichten und sich mittels Kontoauszügen über die Transaktionen informieren. Meist steht als Option auch das Online-Banking zur Verfügung, das viele Dinge vereinfacht. In der Regel bekommt man als Girokontoinhaber auch eine EC-Karte, mit der man Bargeld an Geldautomaten abheben und bargeldlose Zahlungen in Geschäften und Tankstellen vornehmen kann. Hier gibt es allerdings schon gravierende Unterschiede. Soll die Auszahlung gebührenfrei sein, kommt es darauf an, dass die Bank über ein dichtes Automatennetz verfügt, bzw. welchem Bankenverbund die Bank angehört. So kann die Zahl der verfügbaren Geldautomaten je nach Bank zwischen 2.000 und 20.000 schwanken. Hebt man bei dem Automat einer verbundfremden Bank Geld ab, zahlt man teilweise sehr hohe Gebühren.

Ein laufendes Girokonto zu wechseln, ist allerdings mit etwas Arbeit verbunden. Es ist schließlich nicht damit getan, sich einfach eine neue Bank zu suchen. Vielmehr muss man sehr viele Leute über die neue Bankverbindung informieren. Vermieter, Versicherungen, Arbeitgeber, Telefonanbieter, Internetprovider und viele weitere Ansprechpartner müssen unterrichtet werden. Daueraufträge müssen am künftigen Konto neu eingerichtet werden und nicht zuletzt wird man einige Zeit benötigen, sich die neue Kontonummer selbst zu merken. Dies sollte also auch bedacht werden, bevor man sich dafür entscheidet, eines der diversen kostenlosen Girokonten zu eröffnen, die von vielen Banken angeboten werden. Obwohl man zweifellos viel Geld sparen kann, sollte man überlegen, ob sich dieser Aufwand tatsächlich lohnt.